Abschlussausstellung 2026
Jahrgang einundzwanzig
Jan Bruhin
My Own Words Make Me Nervous
Der Krieg in der Ukraine erreicht uns oft nur als Abstraktion – als Zahl, als Nachrichtenmeldung, als fernes Geschehen –, hinter welcher die persönlichen Geschichten meist im Schatten verschwinden.
Im Zentrum dieses Projektes steht Mikita. Seine Zwanziger widmete er dem Reisen, bevor ihn 2022 eine zuvor unvorstellbare Realität einholte.
Seine Erzählungen berühren, einige der Anekdoten über den Krieg bringen uns sogar zum Lachen. «How should we have survived the horror if we weren’t just laughing it away?», würde er dazu sagen.
Es gibt aber auch die anderen Geschichten – die, die eine leise Stimme und zitternde Hände hervorrufen. Jene, welche ihn sagen lassen: «I hate it when my own words make me nervous».
Die Vollinvasion hat inzwischen jedes Wohnzimmer erreicht; Alexandra, Sergey, Tanja, Anton, Nastya – ihre Geschichten folgen alle demselben Muster, eine Fassade, brüchig und immer fragiler, hinter der sich Verlust und Erschöpfung verbergen. Das Projekt dokumentiert diese unterschiedlichen Realitäten, um zu zeigen, dass hinter all den abstrakten Zahlen Schicksale, Menschen mit Träumen und Familien stehen, in denen immer jemand fehlen wird.



