Abschlussausstellung 2026
Jahrgang einundzwanzig

Henryk Boeck

Straße der Befreiung

Ich bin in den 1990er Jahren im Osten Berlins aufgewachsen. Die “Straße der Befreiung” war meine erste Adresse und steht für mich sinnbildlich für den Übergang von der DDR in ein neues, freieres Leben – geprägt von Chancen, Unsicherheit und dem Hinterfragen alter Grenzen. Mit 14 verbrachte ich viel Zeit auf den Straßen Ostberlins, während meine Eltern mit den Folgen des gesellschaftlichen Umbruchs beschäftigt waren. Heute erkenne ich Unterschiede zwischen Ost- und West-Sozialisation und wünsche mir mehr gegenseitiges Verständnis.

Die Serie vermittelt das Lebensgefühl der 1990er und frühen 2000er aus meiner Perspektive. Mein 17-jähriger Sohn übernimmt dabei die Rolle meines Alter Egos und verbindet meine Erinnerungen mit den Fragen seiner Generation: Identität, Unsicherheit, Gewalt, Freundschaft und Liebe.

Die Arbeit ist keine politische Bewertung, sondern eine persönliche Annäherung an eine prägende Zeit, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind.

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Straße der Befreiung