Abschlussausstellung 2026
Jahrgang einundzwanzig
Leah Haug
Disenchantment
Ich laufe durch den Wald und blicke mich dauernd um, nicht nur, weil ich die Natur beobachten will, sondern vor allem aus der Sorge, hier nicht allein zu sein.
Meine Erfahrung, als Frau in dieser Welt zu leben, ist geprägt von einer Wachsamkeit, die ich im Alltag aufbringen muss; von Momenten, in denen ich mich nicht sicher fühle, oder in denen Grenzen überschritten werden. Gleichzeitig erlebe ich in Beziehungen zu anderen Frauen, non-binären und Transpersonen eine tiefe Intimität und gegenseitiges Kümmern, das wie ein schützender Gegenpol zu dieser Bedrohung wirkt.
In meiner Arbeit versuche ich mithilfe märchenhafter Symbolik, diese oft unsichtbare Bedrohung gegen FLINTA*-Personen zu verbildlichen. Durch die Inszenierung wird die Natur zur Bühne für den inneren Zustand, sich permanent im Verteidigungsmodus zu befinden. Und gleichzeitig zeigt sie die Sehnsucht danach, unbeschwert und sicher in dieser Welt existieren zu können.



